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 Aktuelle Berichte

„Get down“

 „Auf den Boden mit euch!“ – Pfarrer James Gong (Name aus Sicherheitsgründen geändert) hat Todesangst um sich, seine Frau, fünf eigene und zwei Adoptivkinder.
Es wird scharf geschossen in der Stadt Ndop im englischsprachigen Teil von Kamerun, wo Separatisten, genannt „Amba-Boys“, den selbständigen Teil „Ambazonien“ ausgerufen haben.
Die frankophone Regierung lässt dies nicht zu und antwortet mit brutaler Härte und Gewalt. 200.000 (andere Schätzungen liegen weit höher) Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht oder ins benachbarte Nigeria geflohen. Die Gemeinde von James Gong, der von der Zeitschrift Publik-Forum telefonisch interviewt wurde, besteht nur noch aus zehn Mitgliedern, die anderen sind geflüchtet. Die Interviewerin hört Schüsse durchs Telefon, während der Pfarrer in Panik anfügt „Ich will reden, damit die Welt erfährt, was hier los ist – und wenn ich dabei getötet werde. Bitte vergessen Sie uns nicht, berichten Sie über die Menschen in Ndop und beten Sie für uns!“
Auch wenn das Interview schon einige Zeit zurückliegt bestätigt ein aktueller Aufruf der Basler Mission Deutscher Zweig die Zustände, die der Pfarrer schildert.
Wir berichteten, dass viele Flüchtlinge, überwiegend Frauen und Kinder, sich in das im französischsprachigen Teil Kameruns gelegene Kloster Babété gerettet haben.
Dem Kloster sind wir über unsere Mitarbeiter Christa und Jens Herbst seit Jahren verbunden und geben dessen Hilferuf weiter.
Wenn Sie helfen wollen, hier unser Durchgangskonto Volksbank Flein IBAN39 6206 2643 0044 9410 13 (Stichwort Kamerun). Bitte mit Namen und Adresse wegen der Spendenquittung. Siehe auch Fleiner Nachrichten vom 08. Mai.

Ortswechsel

 Wie friedlich ist´s da doch in Bönnigheim! Die Kriminalstatistik lässt es zu, dass sich Juristen mit einem Mord befassen, der fast 200 Jahre zurückliegt…
Auch ansonsten liebt das Städtchen die Superlative: Hier gebar Barbara Schmotzer vor vielen Jahren sage und schreibe 53 Kinder (Weltrekord!). Hier schrieb die emanzipierte und von Goethe verehrte Sophie La Roche den ersten erfolgreichen deutschen Frauenroman. Hier grub der Ortshistoriker Kurt Sartorius in den Kellern der Stadt etwas aus, das Gynäkologen und Ethnologen gleichermaßen verblüffte. Hier ist die größte Naivensammlung zu sehen – von Rousseau bis heute. Hier befindet sich der umfangreichste Obstlehrpfad weit und breit, und eine „Viersektorenstadt“ war B. schon lange vor Berlin. Aber –nobody is perfect- mit einem Schönheitsfehler müssen die Bönnigheimer leben: Bei der Wiederansiedlung des Storchs war Tripsdrill schneller – das Wagenrad auf dem Dach der Burg ist von dem beliebten Vogel immer noch nicht entdeckt worden… Nach Bönnigheim geht unser Ausflug am 15. Juni!
Es sind noch einige Plätze frei, auch gern für Nichtmitglieder. Ausführliche Einladung durch die Vereinsvorsitzende in der letzten Ausgabe des Gemeindeblatts.
Anmeldungen direkt im Weltladen.
H.E.

„Warum schreibt niemand über Kamerun?“

 fragt Jens Herbst, als er im Anschluss an die Mitgliederversammlung zusammen mit seiner Frau Christa das Land, wie sie es vor 20 Jahren kennenlernten und was heute daraus geworden ist, vorstellte. Die „Krise“, wie der Konflikt teilweise noch beschönigend genannt wird, ist zu einem blutigen regionalen Bürgerkrieg ausgeartet – kein Thema für die Medien angesichts von Kriegen, Anschlägen und Katastrophen in aller Welt: Libyen, Kongo Afghanistan, Venezuela, Sri Lanka, Mosambik, Kanada …?

Doch der Reihe nach.

 Die 14. Mitgliederversammlung selbst, besucht von immerhin einem Drittel der Vereinsmitglieder, verlief harmonisch wie gewohnt – ist man doch unter Gleichgesinnten. Begrüßung, auch neuer Mitglieder und Mitarbeiterinnen und Gäste, Rückblick, Ausblick und ein Dankeschön an alle gehören zum festen Ritual der umtriebigen Vorsitzenden Dagmar Hauth.

Der Finanzbericht des Kassierers Gerhard Berroth, routiniert, detailliert und beruhigend zugleich, wurde mit Beifall aufgenommen, zumal auch die beiden Kassenprüferinnen, wie humorvoll angemerkt, trotz intensiver Suche keinen Grund für irgendeine Kritik finden konnten. Keine Frage also, dass Gerhard Berroth bei einer Enthaltung (seiner eigenen) einstimmig entlastet wurde.

Auch der übrige Vorstand hat seine Sache offensichtlich gut gemacht: Herr Pahlke, als Vertreter der kath. Kirchengemeinde St. Franziskus anwesend, hatte ebenfalls einstimmig Erfolg mit dem Antrag, den Vorstand en bloc zu entlasten, und die Wiederwahl

der 1. Vorsitzenden Dagmar Hauth,  des Kassierers Gerhard Berroth und des Schriftführers Hans Echter, war somit nur folgerichtig.

 

Zwei Termine, im Ausblick genannt – der eine zeitlich nah, der andere spät im Herbst: Am 15. Juni, einem Samstag, ist Ausflug nach Bönnigheim (kurze Fahrt, also viel Zeit). Am 15. November, einem Freitag, hören wir vom Amazonas Experten Dr. Rainer Putz, was er vom Regenwald zu berichten weiß (Brasilien hat schon angefangen, Negativschlagzeilen zu machen).

Doch wieder zu Kamerun:

Man muss nur  www.brennpunktkamerun.org aufrufen, um informiert und – geschockt zu sein (Vorsicht: Nichts für schwache Nerven!). Das afrikanische Land mit Kolonialgeschichte (auch deutscher!) erleidet seit etwa zwei Jahren im wirtschaftlich reicheren Westen eine humanitäre Katastrophe – nein, nicht mit religiösem oder ethnischem Hintergrund wie anderswo. Der Staat – koloniale Geschichte – besteht aus einem großen (80 %) frankophonen und einem kleinen (20 %) anglophonen Landesteil. Die benachteiligten oder sich benachteiligt fühlenden Englischsprachigen probten vor zwei Jahren den friedlichen Aufstand (irgendwann reißt wohl der Geduldsfaden). Die Antwort der Zentralregierung: Niederschlagung durch Polizei und Militär, Vertreibung und verbrannte Erde mit vielen Toten, Verletzten und Flüchtlingen.

„Es geht um Macht, Autonomie und ökonomische Gerechtigkeit“ schrieb schon im Herbst vergangenen Jahres der Kamerunreferent von missio, Burchard Schlömer in der Zeitschrift kontinent.

(Noch) eine Insel der Zuflucht, Menschlichkeit und Nächstenliebe: Das Kloster Babété bei Mbouda, nahe der unsicheren (Sprach-)Grenze. Die 14 Benediktinerinnen unter ihrer Leiterin Sr. Odette OSB versorgen zur Zeit etwa 150 Schutzsuchende – zusätzlich zu den vorhandenen Waisen – mit einem Dach über dem Kopf, mit Nahrung, sauberem Trinkwasser, Hygieneartikeln und Zuwendung. Sie, die sonst Landwirtschaft betreiben und Zimmer vermieten, sind wegen der Flüchtlinge ohne Einkünfte und wissen nicht, wie lange sie das noch durchhalten. Um Platz für die Vielen zu schaffen, wollen und müssen sie dringend ein älteres Gebäude auf dem Gelände herrichten, haben aber nicht das Geld dafür.

Sr. Odette richtet einen Hilferuf an die deutschen Wohltäter, allen voran „Mama“ Christa und „Papa“ Jens, den Weltladen und alle, die sich ihnen verbunden fühlen und seither schon gespendet haben. Wer sich neu an der Hilfsaktion beteiligen will, sei versichert: Das Geld kommt auf Heller und Pfennig an, wie bestätigende E-Mails beweisen. Und Schwester Odette versichert (getragen von der Ordensregel „Ora et labora“): Wir beten für euch und wir danken euch!

Wer helfen will (Stichwort „Kamerun“, mit Adresse für die Spendenquittung), hier das Durchgangskonto des Vereins: Volksbank Flein IBAN DE39 6206 2643 0044 9410 13.

Helfen kann auch, wer einen Aufruf der Basler Mission Deutscher Zweig e.V. unterschreibt, online (s.o.) oder auf der Liste, die im Weltladen ausliegt. Der Aufruf richtet sich an die Bundesregierung (es ist ein 2. Versuch) und an die Kirchen in Deutschland. Die Basler Mission verurteilt übrigens nicht nur die Exzesse der Regierung, sondern ebenso die der Separatisten!

 H.E.