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 Aktuelle Berichte

Kümmert uns Kamerun?

„Deutschland muss Vermittlerrolle übernehmen“, fordern Brot für die Welt und MISEREOR gemeinsam und begründen dies mit den historischen Beziehungen Deutschlands und Frankreichs zu Kamerun. Der Appell an die Bundesregierung, die EU-Ratspräsidentschaft und den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat zu nutzen, diesen Konflikt beizulegen.
Welchen Konflikt?
Genau vor vier Jahren streikten Lehrerinnen und Lehrer in den englischsprachigen Provinzen des Landes, um damit gegen die Benachteiligung der anglophonen Bevölkerung friedlich zu protestieren. Die Unterdrückung durch die Zentralregierung und die Gegengewalt durch bewaffnete Unabhängigkeitsgruppen hatten bis jetzt über 3.000 Tote, 679.000 Binnenflüchtlinge, 58.000 Geflüchtete in den Nachbarländern und eine traumatisierte Bevölkerung zur Folge. Auch das mit uns sehr verbundene Kloster Babété ist schwer davon betroffen (wir berichteten immer wieder darüber). Weitere Informationen bei Brot für die Welt (Tel. 030. 65 21 11 833) und MISEREOR (Tel. 030. 44 35 19 88).
Ob man unsere Bundestagsabgeordneten darauf ansprechen kann?

„Was ist ein Paukenengel?“

Fragt „momente“, die Zeitschrift der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, ihre Leser und liefert gleich die Antwort dazu:
Paukenengel sind vollplastische große Engelfiguren hauptsächlich des Barock, die, auf dem Orgelprospekt einer Kirche sitzend (oder stehend), die - pedaltraktierbar – mit den Flügeln schlagen und auf die Pauke hauen.
Nun, solche Kostbarkeiten kann ein Weltladen natürlich nicht bieten, aber Engel und Engelein in vielen (kleineren) Größen und Gestalten. Engel haben Konjunktur und deshalb sind sie auch schnell ausverkauft. Dann gibt es immer noch viele andere schöne Dinge, die in der coronageprägten Advents- und Vorweihnachtszeit im trauten Heim für Trost und bessere Stimmung sorgen.

H.E.

 

Das Gesetz Nr. 31047 und eine mutige Frau

Machu Picchu lockt die Touristen aus aller Welt an, in den Museen des Landes bewundert man die vorkolumbianischen Goldpreziosen (soweit sie die Eroberer nicht gestohlen haben), und die lebendige Volkskunst wird bis heute nicht nur bewundert, sondern gekauft und gesammelt. Einer der es wissen muss, José Maria Arguedas, Schriftsteller und Ethnologe sagt: „Es gibt kein Land, das reichhaltiger ist an landschaftlicher und menschlicher Verschiedenheit, das alle Skalen an Farbtönen und Temperaturen, an Liebe und an Hass, an Verschwörungen und Spitzfindigkeiten und an benutzten und inspirierenden Symbolen umfasst!“
In Peru gibt es wie überall Licht und Schatten.
Im Bürgerkrieg zwischen der Regierung und der Rebellenarmee „Leuchtender Pfad“ von 1980 bis 1992 starben 26.000 Menschen. Die Goldgier der meist ausländischen Bergbaukonzerne zerstört ganze Landstriche und macht die Menschen krank. Aber die neuesten Radio-Nachrichten lassen aufhorchen: Der Präsident des Landes wurde vom Parlament abgesetzt wegen des Vorwurfs der Bestechung, die sechs Jahre zurückliegt.
Und wie Publik-Forum im neuesten Heft berichtet, wurden jetzt endlich – nach 30-jährigem Kampf – mit dem Gesetz Nr. 31047 die Rechte von mindestens einer halben Million Hausangestellter, der sog. Empleadas, anerkannt.
Eine der Vorkämpferinnen für diese Rechte ist seit 24 Jahren Sofia Mauricio Bacilio, die schon mit 7 Jahren als Hausmädchen arbeiten musste, um ihre alleinerziehende Mutter mit fünf Kindern zu entlasten.
„No somos invisibles“ steht groß auf ihren T-Shirt, und genauso heißt auch eine Radiosendung, über die Sofia regelmäßig ihre Schicksalsgenossinnen informiert: Wir sind nicht mehr unsichtbar.
Die peruanische Gesellschaft ist noch weit davon entfernt, die Arbeit der Empleadas wertzuschätzen – deshalb werden zur Zeit die Sanktionen für uneinsichtige Arbeitgeber – Familien der Besserverdienenden – im zuständigen Ministerium festgelegt.
Bravo, Sofia Mauricio Bacilio!

H.E.


CIR

Hinter dem Kürzel steht eine mittelgroße, be- und geachtete Menschenrechtsorganisation, die „Christliche Initiative Romero“ in Münster. Die Organisation wird auch in unseren Beiträgen öfters zitiert, weshalb wir sie hier kurz vorstellen.
Romero?
Oscar Arnulfo Romero, Erzbischof von San Salvador (Hauptstadt von El Salvador in Mittelamerika), wurde am 24. März 1980, am Altar seiner Kirche stehend, hinterrücks erschossen. Ermordet wurde er, weil er Rechtlosigkeit, Unterdrückung und Ausbeutung in seinen Predigten beim Namen nannte, weil er mit seinem Kampf für Gerechtigkeit den Herrschenden den Spiegel vorhielt.
Oscar Romero wörtlich: „Mich kann man töten, nicht aber die Stimme der Gerechtigkeit!“
Der große Mann aus dem kleinen Land – etwa 7 Mio. Einwohner – wurde zum Namensgeber der CIR, die ein Jahr nach seinem Tod gegründet wurde.
Die entwicklungspolitische Organisation für Arbeits- und Menschenrechte hat sich auf die Arbeit vor allem in den Ländern Mittelamerikas „spezialisiert“. Schwerpunkt ist die Unterstützung von Basisbewegungen und Organisationen sowie die Kampagnen- und Bildungsarbeit in Deutschland.
Die CIR arbeitet auch mit ähnlich orientierten Organisationen zusammen, so zum Beispiel bei der Forderung „Keine Ausbeutung mit Steuergeldern!“, die eine verantwortungsvolle öffentliche Beschaffung zum Ziel hat (hier sind die Partner u.a. der Evangelische Entwicklungsdienst (eed), Greenpeace, die Gewerkschaften ver.di und IG Metall, terre des hommes und die Verbraucherinitiative).
Wenn Sie mehr wissen möchten: www.ci-romero.de
Für die Schul- und Gruppenarbeit, aber auch Einzelinteressenten, steht eine umfangreiche Materialien-Liste zur Verfügung.

H.E.



Siegel, Label & Co

Zurzeit sind knapp 40 Siegel auf dem Markt, die den Bereich Lebensmittel und Textilien in sozialer und/oder ökologischer Hinsicht markieren. Man unterscheidet zwischen Gütesiegeln (Qualitätssiegel), die die Produktion und/oder den Handel zertifizieren und sich an die Käufer/innen richten (Eigenmarken „EM“ sind eine Unterkategorie der Gütezeichen), den Multi Stakeholder-Initiativen (MSI) und den Unternehmens-Initiativen (UI).
Wer blickt da noch durch?
Die Christliche Initiative Romero (CIR) hat die Label in den Kategorien Soziales, Ökologie und Glaubwürdigkeit überprüft und in einer Übersicht herausgebracht (www.ci-romero.de).
Im Fairen Handel ist vor allem das blau-gelb-schwarze Fairtrade-Siegel bekannt.
Was bedeutet es aber, wenn die Produkte zum Beispiel der GEPA (früher Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der 3. Welt, heute The Fair Trade Company) dieses Siegel nicht tragen, sondern ausschließlich die Eigenmarke GEPA fair plus?
Die GEPA als einer der Pioniere des Fairen Handels verweist selbstbewusst darauf, dass sie mehr, ja sogar wesentlich mehr tut, als die Kriterien der WFTO (Welt-Fair Handelsorganisation) verlangen: Seit 1977 fördert sie nicht nur soziale, sondern auch umweltverträgliche Produktion, bietet ferner Vorfinanzierung und praktiziert lange, z.T. jahrzehntelange Handelsbeziehungen zu den Partnern, sowie deren Beratung (75 % der GEPA-Food-Produkte stammen inzwischen aus Bio-Anbau). Es gibt Prämienzahlungen und Qualitätszuschläge und weiteres mehr.
Preise und Auszeichnungen, z.B. Deutscher Nachhaltigkeitspreis (mehrere Jahre), die Goldmedaille der Verbraucherinitiative, der Pegasus Preis von „Reader’s Digest“, der ECOCAR-Award und der Wuppertaler Wirtschaftspreis, untermauern den hohen Anspruch der GEPA.
Die Gesellschafter der GEPA, unter ihnen Brot für die Welt, MISEREOR und der Evangelische Entwicklungsdienst (eed) garantieren für Solidität und Seriosität.
Übrigens: Auch andere Fair Handelshäuser verzichten auf das Fairtrade-Siegel und sind trotzdem hochgeschätzt.
Eine Kurzform der o.g. Siegelübersicht ist im Laden zu haben.

H.E.

Das Grauen nimmt kein Ende - ein Hilferuf! 

Als wäre das nicht genug: Die Bevölkerung im englischsprachigen Teil Kameruns wird seit Herbst 2016 von zwei Seiten bekriegt – von Regierungssoldaten und von verschiedenen Unabhängigkeitsbewegungen – mehr als 3000 Todesopfer, 680.000 Binnenflüchtlinge und etwa 60.000 Flüchtlinge sind die Folge. Und jetzt kam auch noch die Corona-Pandemie dazu, mit laxen staatlichen Vorsichtsregeln, weil ein Lockdown wirtschaftlich nicht lange durchzuhalten wäre.

Wir haben an dieser Stelle schon oft über das Benediktinerinnen-Kloster Babété berichtet. Nicht nur, weil wir den Import ihrer Trockenfrüchte nach Deutschland organisiert haben und die köstlichen Ananas in unserem Laden verkaufen, sondern weil die 14 afrikanischen Nonnen u. a. auch ein Waisenhaus mit mehr als 20 Kindern und eine kleine Krankenstation betreiben und der Weltladen Flein-Talheim diese soziale Arbeit mit Spenden unterstützt.

Seit 2018 beherbergt das Kloster nun schon regelmäßig mehr als 100 Binnenflüchtlinge, denen es Seelsorge, Nahrung, Ausbildung und Unterkunft bietet. Staatliche Hilfen gibt es dafür nicht. Aber was hat das Virus zusätzlich angerichtet? Dazu ein Auszug aus der jüngsten Nachricht der Oberin, Schwester Odette:

„Hier sind wir in völliger Quarantäne. Das Corona-Virus hat unsere Gemeinschaft wirklich getroffen, einige Schwester sind schon seit 1 Woche im Bett. Ich selbst bin sehr müde und sehe die anderen im ihrem Zustand ohne Kraft und ohne Appetit. Und die vielen Medikamente ...

Wir konnten 60 Tests an anderen durchführen, die als Mitarbeiter und Flüchtlingen direkt mit uns zusammenleben, aber wir haben es nicht für alle um uns herumgetan. Ich bin geschockt von der Realität. Wir müssen abwarten und schauen, was kommt ...

Letzte Woche starb ein Mädchen und gestern eine andere Person ... Ich mache mir große Sorgen um die älteren Schwestern. Aber ihre Tests sind negativ.

Wir beten viel, dass die Infektion in jeder Familie aufhört, in der es im Moment Krankenhauspatienten gibt. Überall das Gleiche - Fieber, Kopfschmerzen, Husten, Appetitlosigkeit, hohe Temperatur 39 bis 40 ...“

In der Krankenstation sind keine Medikamente mehr vorhanden, weil kein Geld zur Beschaffung zur Verfügung steht.

Der Weltladen hat in den letzten Tagen wieder eine Spende nach Babété geschickt. Auch Sie können zur Linderung der Not beitragen: Spendenkonto Weltladen Flein-Talheim, IBAN DE39 6206 2643 0044 9410 13, Stichwort: Spende Babété. Sie erhalten eine Spendenquittung, wenn Sie uns Ihre vollständige Anschrift mitteilen.


So schnell kann´s gehen.

„In Vorbereitung“ sei die Fair Toys Organisation; der auf der weltgrößten Spielwarenmesse in Nürnberg im Januar ein „erfolgreicher Start in die Gründungsphase“ prophezeit wurde. Und am 14. Juli war es soweit – die Fair Toys Organisation wurde gegründet. Spielzeugindustrie und Zivilgesellschaft arbeiten gemeinsam und gleichberechtigt an der Verbesserung von sozialen und ökologischen Standards in der Spielzeugproduktion. Arbeiter und Arbeiterinnen, die ohne Schutzausrüstung mit Schadstoffen hantieren, die Überstunden weit über die gesetzlichen    Grenzen hinaus leisten, die zu zehnt in notdürftigen Unterkünften schlafen und nur einen Hungerlohn erhalten – solche Zustände sollen der Vergangenheit angehören.
Von Januar bis Juli, das hört sich gut an, aber dass die Christliche Initiative Romero (CIR) seit Jahren, ja Jahrzehnten, für diesen Erfolg gekämpft hat, muss natürlich auch erwähnt werden.
Und ein leicht zu merkendes Logo hat die FTO auch schon: Links vor einem liegenden gelben Rechteck steht ein kleineres grünes Rechteck – fertig ist das Zügle. Der Lokomotivführer und die Passagiere sind durch farbige Dreiecke dargestellt.
www.fair-toys.org

CC steht für Saubere Kleidung

Clean Clothes Compaign, eine internationale Kampagne mit dem Ziel, in der globalen Textilindustrie Menschenrechte und existenzsichernde Löhne durchzusetzen. Ein großer Erfolg wäre das bei der Regierung umstrittene Lieferkettengesetz.
Ein kleiner Erfolg aber jetzt schon ist der sog. „Fashion Checker“. „Das Online-Tool bringt Details über die Lieferketten der größten Modemarken der Welt an das Licht“ schreibt die an der Kampagne beteiligte Christliche Initiative Romero (CIR) in ihrem neuesten Bulletin „presente“.

www.ci-romero.de

H.E.


Nicht nur Kaffee und Tee… Heute: Spielzeug

Eine meisterliche Karikatur von Gerhard Meister: Irgendwo in Asien, dichtgedrängt sitzen Arbeiterinnen an ihren Nähmaschinen, der Schweiß tropft ihnen von der Stirn auf den Stoff in den Händen – und vor ihnen steht drohend als Einpeitscher der Weihnachtsmann mit der Rute – „Schneller! Die lieben Kinder in Europa warten auf ihre Geschenke!“ legt ihm der Zeichner in den boshaften Mund.
Die Karikatur ist 17 Jahre alt und leider noch so aktuell wie damals: Neueste Recherchen (Nov. 2019) der Organisation „Child Labor“ im Auftrag der Christlichen Initiative Romero (CIR) in Münster, der Werkstatt Ökonomie in Heidelberg und des Nürnberger Bündnisses Fair Toys (Nürnberg ist kein Zufall!) in fünf Fabriken, die alle den internationalen, also auch deutschen, Markt beliefern, haben 19 Missstände aufgedeckt, von denen sechs in allen untersuchten Fabriken festgestellt wurden, nämlich keine systematische ärztliche Untersuchung vor Arbeitsantritt, übermäßige Überstunden, keine Zahlung existenzsichernder Löhne, kein 24-Stunden-Sicherheitstraining, Mangel an unabhängigen Arbeitnehmer*innenvertretungen und Mangel an wirksamen Beschwerdekanälen. Andere kommen mehrfach oder vereinzelt
vor, wie z.B. Misshandlungen, keine Schutzausrüstung, schlechte Lebensbedingungen in den Unterkünften und fehlende Sozialversicherung.
Warum machen wir Kinderspielzeug zum Thema?
Drei Viertel des in Deutschland verkauften Spielzeugs kommt aus dem Ausland. Die Hälfte dieser Importe stammt aus China (Wert ca. 2 Milliarden Euro). Wenn im Juli die Hochsaison für die Weihnachtsproduktion beginnt, beginnt auch das Elend: Trotz der vielen Überstunden reichen die Löhne nicht zum Leben, Arbeitsunfälle häufen sich infolge der Hektik und viele Chemikalien belasten die Gesundheit. 1993 brannten zwei Spielzeugfabriken mit zusammen 270 Toten.
Seit 1996 beschäftigt sich die Werkstatt Ökonomie (s.o.) mit dem Thema, und 1999 gründete das bischöfliche Hilfswerk MISEREOR die Aktion „fair spielt“. Ziel war es, dass deutsche Spielzeugfirmen und der Handel für die Einhaltung grundlegender Arbeitsstandards bei ihren Lieferanten sorgen, aber auch, die Käufer*innen in Deutschland aufzurütteln. Es gab eine „Handreichung für Eltern & Verwandte, Kita-Teams & -Träger“. Die knappen Tipps lauteten: Weniger ist (oft) mehr – Infos einholen - Auf Label achten – Riechtest machen - Billigprodukte meiden - Spielzeug wiederverwenden.
Die genannte Aktion endete 2012, was aber nicht heißt, dass ab 2013 paradiesische Zustände in der Spielzeugbranche herrschten – die Recherchen von 2019 decken es auf.
Immerhin: Von Kinderarbeit ist nicht mehr die Rede!
Tipps und Informationen für nachdenklich gewordene Konsument*innen gibt es mehrere:
www.ci-romero.de/spielzeug_nbft

www.facebook.com/NuernbergerBuendnisFairToys

www.solidar.ch/defair-toys-heft

www.weed-online/publikationen/spielzeug
www.chinalaborwatch.org

Lesenswert auf jeden Fall der „Toys Report 2019“ und das „Dossier CSR Unternehmensverantwortung in der deutschen Spielzeugindustrie“, beide von der Christlichen Initiative Romer e.V. Münster.

H.E.


135 Jahre, 60 Jahre

1885 wurde Afrika (oder ein großer Teil davon) bei der berühmt/berüchtigten „Berliner Konferenz“ auf europäische Mächte aufgeteilt (die Karikatur, wie Fürst Bismarck mit dem Messer in der Hand den „Kuchen Afrika“ den gierig wartenden Staatsmännern zuteilt, ist unvergessen).
Etwa 60 Jahre ist es her, dass 17 afrikanische Länder (von damals 52) unabhängig wurden, darunter so bekannte wie Kamerun, Kenia, Burkina Faso, Demokratische Republik Kongo, Madagaskar und andere, mit denen wir als Lieferländer oder aufgrund persönlicher Kontakte Beziehungen haben. 60 Jahre Unabhängigkeit – für die Zeitschrift Publik Forum („kritisch – christlich – unabhängig“) Anlass einen ausgewiesenen Afrikakenner (selbst aus der DR Kongo stammend), Dr. Boniface Mabanza, um ein Interview zu bitten.
Nebenbei: Dr. Mabanza, Literaturwissenschaftler, Theologe und Philosoph, ist auch in Flein kein Unbekannter!
Er referierte am 18.01.2012 im Alten Rathaus zum Thema „Ausverkauf in Afrika“ in perfektem Deutsch über die ganzen Probleme vom sogen. Landgrabbing über die Gier nach Bodenschätzen bis hin zur Spekulation mit Rostoffen (auch Kaffee und Kakao).
Man erinnert sich gern an seine Sachkenntnis, seine blendende Rhetorik und an seinen Humor: „Ich werde Präsident im Kongo!“
Nun, er ist (immer noch nicht) Präsident im Kongo, sondern (immer noch) Koordinator für Handelspolitik bei der „Kirchlichen Arbeitsstelle südl. Afrika“ in Heidelberg.
Was also sagt Mabanza auf die Fragen der Interviewerin von Publik-Forum?
(Nr. 9 v. 15.05.)
Kurzes Fazit: Der Wirtschaftsimperialismus besteht weiter. „Freihandelsabkommen sind ein Beleg für das ungleiche Machtverhältnis zwischen Europa und Afrika. Die Wirtschaftsabkommen von heute produzieren die Flüchtlinge von morgen“.
Das ganze Interview unter www.publik-forum.de („Das koloniale Erbe“).
Im Zusammenhang mit „60 Jahre Unabhängigkeit“ erinnern wir, um es nicht vergessen zu machen, auch an den ungelösten Konflikt zwischen Marokko und der im algerischen Exil lebenden Volksgruppe der Sahrauis, von deren Schicksal wir (damals noch der Ökumenische Arbeitskreis 3. Welt) am 18.11.2001 unter dem Motto „Wüstes Leben – bittersüß“ berichteten.
In der nächsten Ausgabe setzen wir die Reihe „Nicht nur Kaffee und Tee“ mit dem Thema Spielzeug aus China fort.

Weltladen teilweise geöffnet!

Unsere vorübergehenden Öffnungszeiten sind:
donnerstags und freitags von 9 bis 13 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr.

H.E.

Heute nochmals: Orangensaft                          -                      

Die Frage war: Gibt es Kinderarbeit auf den Plantagen in Brasilien oder nicht?
Erfreulich einstimmige Nachrichten von MISEREOR und CIR (Christliche Initiative Romero): Auf den Großplantagen werden keine Kinder und Jugendlichen beschäftigt. Wenn trotzdem Minderjährige auf Plantagen gesehen werden, arbeiten diese in kleinbäuerlichen Familienbetrieben. So positiv dieser Zustand gegenüber der Zeit vor Jahrzehnten ist, so beklagenswert sind die Verhältnisse noch für die Erwachsenen, meist junge Wanderarbeiter (lesen Sie unseren Bericht in der vorletzten Ausgabe unter Vereinsnachrichten).
Die Nichtregierungsorganisationen und Hilfswerke sprechen von „Sklavenarbeit“ und „Schuldknechtschaft“ (Letzteres deshalb, weil die oft von sehr weit anfahrenden Pflücker schon das Fahrgeld leihen müssen, dazu kommen die Kosten für die Unterkunft, Schutzkleidung, Verpflegung und anders, und diese Kosten müssen abgearbeitet werden). Am besten sind die Verhältnisse dort, wo Gewerkschaften zugelassen sind. Alle Beteiligten empfehlen deshalb, zertifizierten Orangensaft zu kaufen (z.B. von TransFair oder Rainforest Alliance).
Die Weltläden beziehen ihren Orangensaft „Merida“ von der GEPA, deren Projektpartner COOPEALNOR, eine kleinbäuerliche Genossenschaft in Brasilien, die nach internationalen Fair-Handelskriterien unabhängig zertifiziert ist.
Bleibt die Frage nach der (umweltbesten) Verpackung! Der Merida-Saft wurde bis 2007 in Mehrwegflaschen angeboten. Die Nachfrage wurde trotz bester Qualität für den Abfüller zu gering, sodass auf den Tetrapack umgestellt wurde. Ja, manchmal hat es der/die Verbraucher*in selbst in der Hand

H. E. 

Zwischendurch was anderes:
Gibt es nicht schon genügend Gesetze?

Nein – es fehlt noch eines: Das sog. „Lieferkettengesetz“!
Das Gesetz, das Unternehmen zur Achtung von Menschenrechten und Umweltstandards verpflichtet.
So einfach das klingt, so schwierig (inzwischen wissen wir: unmöglich) ist es, das Gesetz durchzusetzen.
Vielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, welche die „Petition für ein Lieferkettengesetz“ unterzeichnet haben?
Die Petition nutzte genauso wenig wie 20 Jahre enttäuschendes Warten auf den Erfolg der Freiwilligkeit und der volle Einsatz einer vereinten Zivilgesellschaft (ein Bündnis aus 18 Träger- und 67 Unterstützerorganisationen, Kirchen und Gewerkschaften, darunter so bekannte Namen wie Brot für die Welt, MISERIOR, ver.di, Die Sternsinger, BUND und viele andere). Selbst der Hinweis auf den Propheten Jeremias, den manche bemühten (schauen Sie selbst nach unter 22,3) hat es nicht vermocht, ausbeuterische Arbeitsbedingungen in Textilfabriken, Kinderarbeit auf Plantagen oder die Zerstörung von Lebensgrundlagen im Rohstoff-Anbau in einen gesetzlichen Rahmen zu zwingen.
Ende 2019 noch voller Hoffnung, berichtet jetzt die ökumenische Zeitschrift Publik-Forum (Nr. 6/2020 Seite 11) vom schwergewichtigen „Njet“ aus Berlin.
Vertane Chance.

H.E.


Mitgliederversammlung, Mittwoch, 29.04.2020

Liebe Mitglieder,

die geplante Mitgliederversammlung am Mittwoch, 29. April 2020 im Alten Rathaus, Flein, findet nicht statt. Wir werden Sie rechtzeitig über einen neuen Termin und gegebenenfalls neuen Veranstaltungsort informieren.

Bleiben Sie gesund!


Fortsetzung Kaffee .... 3

Gold
Gold rangiert sozusagen „außer Konkurrenz“. Der Gipfel der Begehrlichkeit von der Antike über die Raubzüge nach 1492 in Mittel- und Südamerika bis zum sog. „Blutgold“ (z.B. im Osten der Demokratischen Republik Kongo) zur Finanzierung von Bürgerkriegen. Tausende von Zeitungsberichten zu diesem Thema sind in den letzten Jahren darübergeschrieben worden.
Auch in Handys, Smartphones, Computern usw. steckt Gold (neben anderen wertvollen Rohstoffen). Dem Appell verschiedener Organisationen, z.B. missio, Altgeräte nicht wegzuwerfen, sondern fürs Recycling zu spenden, kann man sich nur anschließen. Im Weltladen steht dafür eine Sammelbox.

Kakao

Können Sie sich vorstellen, dass ein Kakobauer in Kamerun, Ghana, der Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire) oder in Kolumbien und Bolivien noch nie eine Tafel Schokolade gegessen hat? Er kann sie sich einfach nicht leisten….

Weltweit bauen mehr als 5 Millionen Familien, meist auf kleinen Plantagen, Kakao an. Der größte Teil von ihnen lebt in Armut, weshalb im Kakao-Anbau die Kinderarbeit weit verbreitet ist (allein in Ghana und Côte d’Ivoire sollen es 250.000 Kinder sein, die deshalb nicht zur Schule gehen können).
Schwankende und dann stark sinkende Weltmarktpriese haben den kleinen Kakaobauern das Leben noch schwerer gemacht als es schon vorher war.
Auch hier hilft der Faire Handel – aber: Die Nachfrage ist (noch) zu gering. Als vor einiger Zeit der Geschäftsführer der Siegelorganisation TransFair, Dieter Overath, mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, selbst Fairtrade-Produzenten von Kakao verfügten nicht über ein existenzsicherndes Einkommen, konnte er diesen am Beispiel Côte d’Ivoire leicht entkräften, weil dort die Kooperativen nicht einmal 5 Prozent ihrer Produktion zu den Bedingungen von TransFair verkaufen konnten. Inzwischen liegt der Anteil deutlich höher. Daher gilt: Mehr Fairtrade-Schokolade genießen, was ja auch Entwicklungsminister Müller empfiehlt.

Kautschuk

Matratzen, Schuhe, Schnuller, Autoreifen – was wird nicht alles aus Kautschuk hergestellt! Mehr als 50 000 verschiedene Produkte brauchen als Grundstoff den Saft des Kautschukbaumes, Latex genannt, ursprünglich nur in Amazonien, heute überwiegend (90 %) in Südostasien wachsend.
Interessant ist, dass etwa 85 ‚% des weltweit produzierten Kautschuks aus kleinbäuerlichem Anbau kommen. Aber die idyllische Vorstellung vom saftzapfenden Ureinwohner im Urwald täuscht. Die zahlenmäßig wenigen, aber mächtigen Konzerne sorgen für Monokulturen. Dies bedeutet Entwaldung, hohen Chemieeinsatz, sogar illegale Vertreibungen, schlechte Arbeitsbedingungen und Verlust der Artenvielfalt.
Ein Hoffnungsschimmer: Es ist eine Globale Plattform mit der Industrie, dem WWF, Global Nature Fund und der deutschen Nichtregierungsorganisation SÜDWIND im Aufbau mit dem Ziel, Kautschuk nachhaltig zu produzieren. Die Weltläden führen bereits ein kleines Sortiment von Produkten aus nachhaltig produziertem und fair gehandeltem Kautschuk. (Forts. folgt)
H.E.

Nicht nur Tee und Kaffee (Forts.)

Kaffee

Kaffee ist  d a s   “Dritte-Welt“-Produkt schlechthin – mit Kaffee, könnte man sagen, fing alles an. Anfang der 1970er-Jahre importierte die niederländische „SOS. Wereldhandel“ den ersten fair gehandelten Kaffee von der Cooperative FEDECOCAGUA in Guatemala, der auch in Deutschland unter dem griffigen Namen Indio-Kaffee nahezu reißenden Absatz fand. Verbunden - ? - mit war damit die schonungslose Aufklärung über die Armut der kleinen Kaffeebauern, vor allem in Lateinamerika, und die Ungerechtigkeiten im weltweiten Kaffeehandel.
Das „Schaurig finstere Märchen vom Kaffeekönig und dem Campesino Petro“ machte vor allem in kirchlichen Kreisen die Runde und öffnete Vielen die Augen, das Herz – und den Geldbeutel (denn der alternative Kaffee war teurer als im Supermarkt).
Und heute, 50 Jahre später? Fair gehandelter Kaffee hat seinen kleinen, aber feinen Platz erobert. Die Kundinnen und Kunden haben die Auswahl: Mexico, Guatemala, Nicaragua, Costa Rica und Kolumbien in Lateinamerika, sowie Ghana, Tansania, Kamerun oder Äthiopien in Afrika liefern beste Arabica-Hochland-Qualitäten, meist Bio-zertifiziert, gemahlen, ganze Bohne, entkoffeiniert oder Espresso, mild oder kräftig – ganz nach Wunsch.
Das Märchen endet „Und wenn er nicht gestorben sind, dann schuftet er noch heute“. Petro ist gestorben (er wäre inzwischen über hundert), aber viele seiner Kollegen in vielen Kaffeeländern, weiblich und männlich einschl. ihrer Familien, haben es besser als er – die 5 Jahrzehnte „Fairer Kaffee“ haben sich gelohnt.

Natursteine aus Indien

„Bist du verheiratet?“ fragte ein indischer 15-jähriger Steinbrucharbeiter einen etwa gleichaltrigen Deutschen, der mit einer Schülergruppe die Kinderarbeit in Indien kennenlernen wollte. Nein, so der Gefragte, er werde studieren, Karriere machen und mit 30 eine Familie gründen. Ungläubiges Staunen des Inders „Aber mit 30 sterben wir ja schon!“ Er kennt sein Schicksal: Staublunge. – Es ist merkwürdig still geworden um die „Steinbruchkinder‘“. Was hat sich geändert, vielleicht verbessert? Wollten wir von Benjamin Pütter wissen, seit er 2012 in Flein war. Fazit des halbstündigen Telefongesprächs von heute: Nichts! Seit er von mächtigen Steinbruchpächtern Morddrohungen erhalten hat, war er nicht mehr dort. Er arbeitet seitdem für „Die Sternsinger“, die sich des Themas Kinderarbeit angenommen haben und verweist im Übrigen auf sein Buch „Kleine Hände – großer Profit (Heyne-Verlag), das nur juristisch unangreifbare Tatsachen enthalte.
H.E.

Nicht nur Tee und Kaffee!

Die Liste der vom ungerechten Welthandel, von Ausbeutung, Sklaverei, Kinderarbeit, Umweltzerstörung, ja sogar Bürgerkriegen verbundenen Produkte, ist lang – zwischen A wie Aluminium und Z wie Zucker ist viel Problematisches einzuordnen:

Aluminium

 Beim Abbau von Bauxit und bei der Aluminiumverhüttung sind entlang der Produktionskette enorme soziale, ökologische und wirtschaftliche Interessen betroffen. Die Aluminiumproduktion ist energieintensiv. Riesige Staudämme sind nötig, um Strom zu erzeugen, und der Regenwald wird wegen des Bedarfs an Holzkohle abgeholzt.
Der Weltgebetstag 2018 lieferte uns am Beispiel des Afobaca-Damms in Surinam viele Informationen.

Bananen

 Über 85 Länder sind an der Bananenproduktion beteiligt, und mehrere Millionen Menschen leben vom Bananenhandel. Aber: In manchen Produktionsländern bezahlen die Menschen den Exporterfolg mit Landvertreibung und Umweltzerstörung.
Die deutsche Nichtregierungsorganisation BanaFair begann deshalb anfangs der 1990er Jahre die sog. „Bananenkampagne“.
Inzwischen gibt es Bio-Bananen und Früchte mit dem Fairtrade-Siegel in vielen Geschäften, was aber nicht heißt, dass man das „Bananenproblem“ vergessen könnte. Noch am 9.5.2015 wurde die Banane als Problemprodukt beim Fairen Frühstück auf dem Platz vor dem Rathaus zum wiederholten Male thematisiert.

Baumwolle (s. auch Bekleidung)

Baumwolle wird auf riesigen Flächen z.B. in den USA, in China, Usbekistan, Indien und Pakistan angebaut. Viele weitere Länder sind mit kleineren Anteilen am weltweiten Baumwollanbau beteiligt, für die die Baumwolle zum Teil große wirtschaftliche Bedeutung hat.
Die weit überwiegend in Monokulturen produzierte Faser verursacht durch hohen Wasser-, Dünger- und Insektizidbedarf erhebliche Umweltschäden, z.B. an den Böden, und gesundheitliche Schäden bei den Bauern und Erntehelfern, ganz abgesehen von der schlechten Entlohnung. Aber auch die nächsten Schritte in der Verarbeitung (Entkörnen, Spinnen, Stricken und Weben, Veredeln und Färben, Konfektionieren und Verpacken) haben ihre sozialen (schlechte Bezahlung, Kinderarbeit) und ökologischen (weite Transportwege) Tücken und Macken – dazu käme noch das Problem der Altkleiderentsorgung.
Warten wir auf unter ethischen Bedingungen hergestellte Kl… (nicht Klamotten, sondern Kleidung) aus Bio-Baumwolle, möglichst zertifiziert.

Bekleidung (Mode, Berufskleidung, Sportbekleidung).

 Eines der größten Probleme in diesem Sektor überhaupt! Es beginnt schon bei der Baumwolle – etwa 4 bis 5 % oder weltweiten Ackerflächen werden für den Baumwollanbau benötigt. Die Bedingungen in der weiteren Produktionskette sind erschreckend, aber nicht neu. Schon 1901 wird ein französischer Textilfabrikant wie folgt zitiert: „Ich beschäftige nur Mädchen von 16 bis 18 Jahren an der Nähmaschine. Werden sie erst 20, so sind sie reif fürs Hospiz…“
Nicht erst durch den Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013 mit etwa 1.200 Toten ist das Thema der schlechten Arbeitsbedingungen und miserablen Bezahlung in aller Welt präsent. Bis jetzt ohne großen Erfolg, aber die „Kampagne für saubere Kleidung (Campaign Clean Clothes CCC) leistet seit den 1990er-Jahren Vorarbeit, und unser Entwicklungsminister Müller hat vor kurzer Zeit den (freiwilligen) „Grünen Knopf“ auf den Markt gebracht.  

Aktionen und Angebote finden Sie auf unserer Homepage: www.weltladen-flein -talheim.de und unter: www.flein-gemeinsam.de - Rubrik: Shoppingmöglichkeiten von Fleiner Geschäften.

Nicht nur Greta

jettet mit dem Segelschiff von Kontinent zu Kontinent, sondern auch Kaffee aus Nicaragua. Er heißt sinnigerweise „Ahoi“, ist selbstverständlich fair gehandelt und verbessert den (firmen-)eigenen CO ²-Fußabdruck.
Das 100 Jahre alte Segelschiff namens „Avontuur“ (niederländisch für Abenteuer) ist ein symbolischer Versuch des Fairhandels-Importeurs El Puente in Nordstemmen bei Hildesheim, auf die Umweltverschmutzung im globalen Transportsektor hinzuweisen. Aber es ist auch der Versuch, den Segelfrachttransport wiederzubeleben – mit modernen Schiffen natürlich. El Puente gehört zu unseren Hauptlieferanten (www.el-puente.de) und feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen (weshalb sich die Mitglieder der GmbH selbstbewusst „Die Fairtrade Pioniere“ nennen). Wenn die nachhaltige Transportvariante gelingt, hat sich El Puente den Namen „Pioniere“ doppelt verdient.
Die erste Kaffee-Lieferung ist bei El Puente angekommen, aber gleich ausverkauft gewesen.

Filzen und Filz      

ist eine zweischneidige Sache: Wird jemand gefilzt, weil man verbotene Sachen bei ihm oder ihr vermutet, dann kann er oder sie schon kalte Füße bekommen. Auch mit der Filzokratie ist nicht zu spaßen.
Ganz anders ist es mit dem Filz, der seit Urzeiten aus Wolle gewalkt und geformt wird und die Bewohner kalter Gegenden von Kopf bis Fuß gegen die Unbilden des Wetters schützt.
Wie Filz in Nepal bis heute von Hand hergestellt wird, was man daraus alles machen kann, und wie gut es den Arbeiter/innen bei der Firma

HATALE in Kathmandu geht, lesen Sie im Magazin WELTLADEN 3/2019, das bei uns im Laden für Interessierte kostenlos ausliegt. Bedienen Sie sich!

H.E.

In Chile

brennt’s wie in Spanien, Bolivien, Hongkong, Indonesien, im Iran, in Algerien und anderswo.
Der angekündigte Bericht über die aktuellen Verhältnisse in Chile aus der Sicht von Schwester Karoline Mayer lässt auf sich warten. Lassen wir vorerst einen Deutschen zu Wort kommen, der seit 18 Jahren in Valparaíso lebt und arbeitet. Der 55-jährige Techniker im Telefon-Interview mit Publik-Forum: „Seit 4 Wochen (inzwischen sind es 6) brennt es hier in Chile überall. Die Unruhen haben das ganze Land erfasst, es gibt kaum eine Stadt, die nicht betroffen wäre. Es ist ein Hexenkessel. Die Nerven liegen blank, alle sind extrem verunsichert und niemand weiß, wann das alles aufhört.“
Der Interviewte sieht die Ursachen für die Demonstrationen in der Wut über die krasse soziale Ungerechtigkeit, sie fordern mehr Teilhabe, menschenwürdige Renten, höhere Löhne, eine garantierte Bildung und Gesundheitsversorgung.
Der Mann (mit chilenischer Frau und Tochter) will nicht zurück nach Deutschland, er will bei den Menschen bleiben, denen er – gerade jetzt – so verbunden ist.
Wir hoffen, dass der Bericht von Karoline Mayer doch noch eintrifft und zeigen vorerst ein Foto von ihr (mit einem gewinnenden Lachen) im „antiken“ Rahmen im Weltladen.

Aus Chile

haben wir so gut wie nichts im Programm – es ist kein typisches „Entwicklungsland“. Aus den Nachbarländern Peru und Bolivien aber schon, auch aus Kolumbien, Ecuador und aus mehreren Ländern Mittelamerikas genauso wie aus vielen Staaten Afrikas und Asiens. Überall sind Kleinbauern und kleine Handwerksgenossenschaften froh, ihre Produkte über den Fairen Handel – nach strengen Kriterien des Weltladen-Dachverbandes – in Europa verkaufen zu können und damit ihr einfaches Leben zu verbessern. Neben den typischen „Kolonialwaren“ wie Kaffee, Tee, Kakao, Gewürzen usw. haben sie inzwischen auch eine Riesenauswahl an Kunstgewerbe und Gebrauchsartikeln im Sortiment – und dass auch anderswo in der Welt Weihnachten gefeiert wird, ist gerade jetzt in einem Weltladen nicht zu übersehen. Da drängst sich ja der schöne Reim geradezu auf:
               Ein weiteres Mal will ich dran denken:
               Es gibt so viel Schönes zu fairschenken
               - mit Dreifachwirkung fast garantiert -
               (es wurde mehrmals ausprobiert):
               Dem Beschenkten macht’s Freude, ich bin im Glück,
               und aus Übersee kommt ein „Danke!“ zurück.

H.E.