Herzlich willkommen
Unser Motto: HELFEN DURCH KAUFEN 

Kümmert uns Kamerun?

„Deutschland muss Vermittlerrolle übernehmen“, fordern Brot für die Welt und MISEREOR gemeinsam und begründen dies mit den historischen Beziehungen Deutschlands und Frankreichs zu Kamerun. Der Appell an die Bundesregierung, die EU-Ratspräsidentschaft und den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat zu nutzen, diesen Konflikt beizulegen.
Welchen Konflikt?
Genau vor vier Jahren streikten Lehrerinnen und Lehrer in den englischsprachigen Provinzen des Landes, um damit gegen die Benachteiligung der anglophonen Bevölkerung friedlich zu protestieren. Die Unterdrückung durch die Zentralregierung und die Gegengewalt durch bewaffnete Unabhängigkeitsgruppen hatten bis jetzt über 3.000 Tote, 679.000 Binnenflüchtlinge, 58.000 Geflüchtete in den Nachbarländern und eine traumatisierte Bevölkerung zur Folge. Auch das mit uns sehr verbundene Kloster Babété ist schwer davon betroffen (wir berichteten immer wieder darüber). Weitere Informationen bei Brot für die Welt (Tel. 030. 65 21 11 833) und MISEREOR (Tel. 030. 44 35 19 88).
Ob man unsere Bundestagsabgeordneten darauf ansprechen kann?

H.E.


Das Grauen nimmt kein Ende - ein Hilferuf! 

Als wäre das nicht genug: Die Bevölkerung im englischsprachigen Teil Kameruns wird seit Herbst 2016 von zwei Seiten bekriegt – von Regierungssoldaten und von verschiedenen Unabhängigkeitsbewegungen – mehr als 3000 Todesopfer, 680.000 Binnenflüchtlinge und etwa 60.000 Flüchtlinge sind die Folge. Und jetzt kam auch noch die Corona-Pandemie dazu, mit laxen staatlichen Vorsichtsregeln, weil ein Lockdown wirtschaftlich nicht lange durchzuhalten wäre.

Wir haben an dieser Stelle schon oft über das Benediktinerinnen-Kloster Babété berichtet. Nicht nur, weil wir den Import ihrer Trockenfrüchte nach Deutschland organisiert haben und die köstlichen Ananas in unserem Laden verkaufen, sondern weil die 14 afrikanischen Nonnen u. a. auch ein Waisenhaus mit mehr als 20 Kindern und eine kleine Krankenstation betreiben und der Weltladen Flein-Talheim diese soziale Arbeit mit Spenden unterstützt.

Seit 2018 beherbergt das Kloster nun schon regelmäßig mehr als 100 Binnenflüchtlinge, denen es Seelsorge, Nahrung, Ausbildung und Unterkunft bietet. Staatliche Hilfen gibt es dafür nicht. Aber was hat das Virus zusätzlich angerichtet? Dazu ein Auszug aus der jüngsten Nachricht der Oberin, Schwester Odette:

„Hier sind wir in völliger Quarantäne. Das Corona-Virus hat unsere Gemeinschaft wirklich getroffen, einige Schwester sind schon seit 1 Woche im Bett. Ich selbst bin sehr müde und sehe die anderen im ihrem Zustand ohne Kraft und ohne Appetit. Und die vielen Medikamente ...

Wir konnten 60 Tests an anderen durchführen, die als Mitarbeiter und Flüchtlingen direkt mit uns zusammenleben, aber wir haben es nicht für alle um uns herumgetan. Ich bin geschockt von der Realität. Wir müssen abwarten und schauen, was kommt ...

Letzte Woche starb ein Mädchen und gestern eine andere Person ... Ich mache mir große Sorgen um die älteren Schwestern. Aber ihre Tests sind negativ.

Wir beten viel, dass die Infektion in jeder Familie aufhört, in der es im Moment Krankenhauspatienten gibt. Überall das Gleiche - Fieber, Kopfschmerzen, Husten, Appetitlosigkeit, hohe Temperatur 39 bis 40 ...“

In der Krankenstation sind keine Medikamente mehr vorhanden, weil kein Geld zur Beschaffung zur Verfügung steht.

Der Weltladen hat in den letzten Tagen wieder eine Spende nach Babété geschickt. Auch Sie können zur Linderung der Not beitragen: Spendenkonto Weltladen Flein-Talheim, IBAN DE39 6206 2643 0044 9410 13, Stichwort: Spende Babété. Sie erhalten eine Spendenquittung, wenn Sie uns Ihre vollständige Anschrift mitteilen.


Die Notlage im Benediktinerinnen-Kloster Babété in Kamerun

hat sich leider nicht entspannt, wie wir durch unsere regelmäßigen Kontakte von Schwester Odette erfahren.

Nicht nur, dass dort die Zahl der Schutzsuchenden stetig anwächst. Ihre Versorgung mit Lebensmitteln wird noch dadurch erschwert, dass die Regierung den Anbau von Mais verboten hat, damit „Terroristen“ sich in den Pflanzungen nicht verstecken können. So musste im Kloster eben eine Ladung des Getreides unreif verteilt werden. Und jetzt kam noch die dringende Bitte aus dem angrenzenden Katastrophengebiet, einhundert Kinder aufzunehmen, um ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen, denn seit drei Jahren sind alle Schulen in den westlichen, anglophonen Regionen geschlossen. Wie sollen sich die frankophonen Ordensfrauen entscheiden? Sie müssten u.a. Räumlichkeiten, Lehr- und Lernmaterial und englischsprachige Lehrkräfte bereitstellen. Mit dem Anbau neuer Klassenzimmer an die Klosterschule haben sie erstmal begonnen…
Das sind nur zwei von vielen, vielen Problemen, die in dem Kloster täglich bewältigt werden. Und der Weltladen Flein-Talheim unterstützt die Nonnen dabei seit langem, dank der großen Spendenbereitschaft unserer Kund*innen und Gönner. Es gibt noch viel zu tun.
Wer helfen will – wir planen unsere nächste Geldüberweisung ohne jeden Abzug Mitte Oktober 2019 – kann das Spendenkonto unseres Weltladenvereins nutzen: IBAN 39 6206 2643 0044 9410 13. Kennwort: Kloster Babété. Spendenquittung nur bei Angabe der Absenderanschrift.

J.H.

Kollekte für Kamerun       

Die ehemalige (bis 1919) deutsche Kolonie Kamerun in Zentralafrika erlebt seit drei Jahren einen schweren politischen Konflikt, der erst in den letzten Monaten so langsam bekannter wird. Großen Anteil an der Öffentlichkeitsarbeit hat die Basler Mission Deutscher Zweig.

Von dem Bürgerkrieg zwischen der frankophon dominierten Regierung Kameruns und dem anglophonen Landesteil ist auch schwer betroffen das Kloster St. Benoit in Babété bei Mbouda, zu dem der Weltladen seit langem gute Beziehungen pflegt. Das Problem des Klosters, dessen Schwestern sich vor dem Konflikt hauptsächlich Waisenkindern widmen konnten, ist, dass es nun von vor dem Terror beider Bürgerkriegsparteien fliehenden Menschen regelrecht überrannt wird. Diese suchen Schutz, Hilfe, Verpflegung und Unterkunft – und finden das alles auch im Kloster. Die Schwestern sind aber dadurch in großer finanzieller Not – woher das Geld nehmen für die Versorgung so vieler Menschen?

Dieser Notfall hat die Evangelische und die Katholische Kirchengemeinde veranlasst, die Kollekte des ökumenischen Gottesdienstes beim Fleiner Weinfest dem Kloster Babété als Beitrag in diesen schweren Zeiten zur Verfügung zu stellen.

Der Weltladen bedankt sich im Namen der Schwestern herzlich für diese großzügige Geste der Nächstenliebe.

H.E.

„Tragödie im Westen Kameruns“

 Hier das angekündigte Interview mit unserem Mitarbeiterehepaar Christa und Jens Herbst zum Thema Kamerun.

Frage: Christa und Jens, ihr seid viel- und weitgereiste Leute. Was reizt euch an Afrika und besonders an Kamerun, das ja auch einmal deutsche Kolonie war?

Antwort: Wir haben vor allem die Menschlichkeit, Spontaneität und Fröhlichkeit der Menschen – trotz schwieriger Lebensbedingungen, eine große Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft erfahren und schätzen gelernt.

Ist von der „deutschen Vergangenheit“, die bis 1916 ging, noch etwas zu spüren?

Ja, an vielen Orten trifft man noch auf technische, bauliche Einrichtungen, wie z.B. die einzige Eisenbahntrasse, Gebäude und Brücken. Man wird als Deutscher zu diesen Stätten geführt. Und unsere Gastgeber sind stolz darauf; die kolonialen Gräueltaten sind vergessen.

Ihr habt in Kamerun im Kloster Babété ein festes Ziel – nicht nur eine Unterkunft, sondern ein Stück Heimat. Was hält euch in letzter Zeit davon ab, weiter nach Kamerun zu fliegen?

In den letzten zwei Jahren hat sich die innenpolitische Situation in den englischsprachigen Regionen so drastisch verschlechtert, dass uns unsere kamerunischen Freunde aus Sicherheitsgründen dringend von einer Reise abraten. Auch das deutsche Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung veröffentlicht: „Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und separatistischen Gruppierungen mit Toten und Verletzten dauern in beiden Regionen an“.  

Also der Bürgerkrieg, dem ja ein Aufstand der sich unterdrückt fühlenden anglophonen Bevölkerung zugrunde liegt. Steht dieser Teil – etwa 20% der Gesamtbevölkerung – nicht mehr unter dem Schutz von Großbritannien?

Nein, Kamerun ist seit 1960 formal unabhängig. Wir bedauern aber sehr, dass die ehemalige Kolonialmacht Frankreich, die mit Kamerun heute noch wirtschaftlich eng verflochten ist, nicht mäßigend eingreift.

Kamerun – offiziell République de Cameroun – exportiert u.a. Kakao, Kaffee, Baumwolle, Kautschuk, Erdöl und Erdgas – eigentlich kein armes Land – oder?

Ein reiches Land! Aber ein Großteil der Gewinne fließt nach Frankreich, wo die Investoren sitzen. Reiche einheimische Eliten bedienen sich aus den Naturschätzen, z.B. durch illegalen Verkauf von Tropenholz. Außerdem ist Korruption weit verbreitet. Trotzdem: Es gibt praktisch keinen Hunger. Es leiden im Norden des Landes jedoch die in der Landwirtschaft tätigen Ethnien, z.B. der Haussa, und die nomadisierenden Viehzüchter, z.B. die Fulbe, unter dem Klimawandel, weil der Regen ausbleibt. Der ganz an der Nordspitze Kameruns gelegene Tschadsee ist bereits auf ein Drittel seiner ursprünglichen Größe geschrumpft.

Das Waisenhaus und aus aktuellem Anlass auch das Kloster in Babété wird vom Weltladen Flein und privaten Spendern finanziell unterstützt. Glaubt ihr, dass dieses Geld gut angelegt ist, auch nachhaltig?

Auf jeden Fall! Die Schwestern unter ihrer Leiterin Odette legen großen Wert darauf, dass die Waisenkinder bei ihnen eine gute Schulausbildung bekommen, der sich oft eine handwerkliche Ausbildung anschließt, z.B. in der Tierzucht, als Gärtner oder Bäcker. Da es sich bei den Kindern meist um „Sozialwaisen“ handelt, bietet das Kloster für sie auch ein „Ersatzfamilienleben“. Und bei der Flüchtlingsnothilfe hoffen wir, dass sie nicht auf Dauer erforderlich ist.

Nochmals zu den derzeitigen politischen Verhältnissen: Dem seit 36 Jahren regierenden 86-jährigenPräsidenten und seiner Familie wird ein Leben in Luxus vorgeworfen, wie die Zeitschrift Welt-sichten“ in der neuesten Ausgabe berichtet. Das könnte man hinnehmen, wenn der Bürgerkrieg nicht wäre, zu dessen Ende die Basler Mission mit einer Petition, überschrieben mit „Frieden durch Gerechtigkeit in Kamerun“ aufruft. Kann man diesen Aufruf nach eurer Kenntnis des Landes unterschreiben?

Unabhängig vom Bürgerkrieg klagen wir das korrupte Luxusleben des Präsidenten von Kamerun an, weil der Bevölkerung die öffentlichen Reichtümer gestohlen werden. Aber zur Petition: Sie analysiert die politische Situation in Kamerun ausgewogen und richtet sich an einflussreiche Verantwortliche in unserem Land. Wir werben sehr für möglichst viele Unterschriften, um dem Ruf nach kurzfristiger Beendigung der Tragödie im Westen Kameruns großes Gewicht zu verschaffen. Die Petition liegt zur Unterschrift im Weltladen aus oder ist online verfügbar unter https://brennpunktkamerun.org/?p=1068.

Ihr werdet am Montag, 29. April ab etwa 20 Uhr im Alten Rathaus in Flein mit Bildern

über eure Kamerunerfahrungen berichten. Was hat der Zuhörer / die Zuhörerin (außer den köstlichen Proben der unvergleichlich leckeren Ananasschnitten) zu erwarten?

Viele Informationen unter dem Titel „So haben wir Kamerun kennen gelernt – und das ist

der Zustand heute“. Das wird leider nicht so „köstlich“.

Was heißt „Willkommen!“ in der Verkehrssprache der Bevölkerung Kameruns?

Auf Pidgin sagt man „I salome oh“.

Also dann: „I salome oh“ am 29. April im Alten Rathaus in Flein!

 H.E.

 

 

Très chers amis et bienfaiteurs

 - in bewegten Worten bedankt sich Soeur Odette bei ihren lieben Freunden und Wohltätern!

Wie, Sie kennen Schwester Odette nicht? Kein Wunder, leben doch sie und ihre Mitschwestern viele Flugstunden entfernt im afrikanischen Kamerun. Sie (43) ist dort die Vorsteherin des Klosters St. Benoît nahe der Stadt Mbouda im kleinen Dorf Babété.

St. Benoît deutet schon darauf hin: Das Kloster mit Waisenhaus ist dem Ordensgründer der Benediktiner gewidmet, dem Hl. Benedikt von Nursia/Umbrien, wo er im Jahre 480 geboren ist. 40 Jahre später wurde er der erste Abt von Montecassino und prägte die weltbekannte Regel „ora et labora“ - bete und arbeite.

Diesem Motto werden auch die Schwestern von Babété nach allem, was man über sie hört (unser Mitarbeiter-Ehepaar Christa und Jens Herbst waren mehrmals dort und haben bis heute regelmäßigen Kontakt zum Kloster), mehr als gerecht: Nicht nur, dass sie Waisen aufziehen und ausbilden, nein, auch viele Menschen aus dem Bürgerkriegsgebiet (Mbouda liegt nahe der Grenze zum englischsprachigen Teil des Landes) suchen ebenso Unterschlupf im Kloster wie die Armen aus der nächsten Umgebung. Zur Eigenversorgung bewirtschaften die Nonnen gärtnerische und landwirtschaftliche Flächen. Zum Weiterverkauf stellen sie Joghurt her, halten 500 Legehennen zum Eierlegen und produzieren Trockenfrüchte (in Deutschland über die Abtei Münsterschwarzach vertrieben, auch an unseren Laden), das bringt etwas Geld in die Kasse.

Aber was ist eigentlich los in Kamerun? Bald nach der Unabhängigkeit charakterisierte ein großer Weltatlas 1962 das Problem so: „Kamerun ist ein Musterbeispiel dafür, wie aus einem willkürlich begrenzten Kolonialgebiet nun ein selbständiger Staat entstehen soll“ - an die Berliner Afrikakonferenz 1884 sei erinnert.

Der kleine englischsprachige Teil und der deutlich größere französischsprachige Teil waren trotz Volksentscheid von Anfang an latent eine konfliktträchtige Konstruktion. In der Ausgabe vom 23. 11. 18 titelte nun aber das Publik Forum: „Im Westen tobt ein Bürgerkrieg“ und ließ für den Bericht einen evangelischen Pfarrer – selbst unmittelbar Betroffener – telefonisch zu Wort kommen. Aktuelle Infos auch unter http://brennpunktkamerun.org.

Weil sich die meisten Bürger im anglophonen Teil des Landes unterdrückt fühlen (oder es sind?) und mit demokratischen Mitteln erfolglos mehr Rechte forderten, riefen Separatisten dort 2017 symbolisch den Staat Ambazonien aus. Die französisch dominierte Regierung bezeichnet die Separatisten, die sich selbst „Amba-Fighters“ nennen, als Terroristen und bekämpft sie gnadenlos, der Präsident hat ihnen ausdrücklich „den Krieg erklärt“. Die Gewalt eskaliert auf beiden Seiten. Die Regierungstruppen werden beschuldigt, auf der Suche nach Amba-Boys ganze Dörfer niedergebrannt zu haben. Nach UN-Berichten sind 300.000 Kameruner ins Nachbarland Nigeria geflohen. Wer in die andere Richtung flüchtet, hat vielleicht Glück und landet im Kloster St. Benoît – siehe oben. Das sind diejenigen, die Soeur Odette „refugiés de la crise sociopolitique“ nennt, Flüchtlinge der Krise, die das Land seit zwei Jahren erschüttert.

Die Menschen, die unserem Spendenaufruf gefolgt sind, sollen wissen, dass ihr Geld in Babété angekommen ist und dringend gebraucht wird. Vielen Dank!

Für 2019 wünschen uns Schwester Odette und ihr ganzer Konvent „Prospérité, paix, joie, amour et beaucoup de sourire“, also Wohlstand, Frieden, Freude, Liebe und viele schöne Momente!

H.E.