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Ein Lama in Lima

„Hallo, ich bin Paula – kennt mich noch jemand?“
Nein, die beiden Mitarbeiterinnen kennen die junge Frau nicht, die mit einem etwa 4-jährigen Mädchen an der Hand hereinschneit und neugierig um sich blickt. „Fast wie früher“ nickt sie anerkennend und löst dann das im Raum stehende Fragezeichen mit wenigen Worten auf. Als 14/15-Jährige sei sie, mit ihren Eltern damals noch in Flein wohnend, öfter im Weltladen gewesen, habe von ihren Plänen erzählt, später einmal nach Guatemala auszuwandern und habe dann ihre Lieblingsschokolade gekauft. Ausgewandert sei sie nicht, habe dafür aber einen Peruaner geheiratet und lebe jetzt im Rheingau. Ihr Mann Pedro reise beruflich viel in seine Heimat, auch sie selbst sei schon mehrfach dort gewesen – „ein wundervolles Land“, wie sie anmerkt, das nicht nur aus Cusco und Machu Picchu bestehe.
Paula (sie bittet darum, im Weltladen weiterhin so genannt zu werden) gerät ins Schwärmen, wenn sie von den landschaftlichen Schönheiten erzählt, verschweigt aber auch nicht, dass der Bergbau in manchen Gegenden die Natur zerstört und die Menschen krank macht.
Sie habe ganz gut Spanisch gelernt und sogar ein bisschen Quechua. Nein, berufstätig sei sie nach ihrem Studium nicht geworden, plane aber jetzt ein Kinderbuch mit dem Titel „Ein Lama in Lima“ zu schreiben und selbst zu illustrieren. Das Buch erzählt von einem ausgebüxten jungen Lama, das in die 6 ½-Millionen-Hauptstadt gerät und dort einiges erlebt (mehr verrate sie aber nicht). „Auch spiele ich gern auf meiner Gitarre, die ich bei dem bekannten Instrumentenbauer Sabino Quispe in Cusco gekauft habe.
Als die kleine Marie „Mama, ich will heim“ signalisiert, verabschiedet sich Paula (sie will noch einige Freundinnen in der Gegend besuchen, nicht ohne einige Tafeln ihrer Lieblingsschokolade („Zartbitter Orange“ weiß sie noch) zu kaufen (Marie mag lieber „Mango Monkeys“) – „viele liebe Grüße an alle“, wieder draußen ist sie, die Paula, quicklebendig, wie eine 15-Jährige.
Wir freuen uns auf ihren nächsten Besuch, der Rheingau ist ja nicht so weit.

H.E.

„Es honigt“,

sagt der deutsche Imker, wenn die Blätter des Unterholzes im Wald vor Honigtau nur so glänzen – die Lachniden sind am Werk.
Was der mexikanische, guatemaltekische oder chilenische Kollege in diesem Fall sagt, wissen wir nicht.
Was wir aber wissen: Die Deutschen sind „Honigweltmeister“ und: Nur einen Bruchteil des in Deutschland verkauften Honigs können die heimischen Imker anbieten, weshalb der weitaus größte Teil importiert werden muss.
Das reine Honigschlecken ist für die 160.000 deutschen Berufs- oder Hobbyimker die Marktsituation nicht, weil nämlich der Importhonig billiger ist.
Das gilt nicht für den Honig, den die Weltläden anbieten. Ein Imker wollte es wissen, ging in den örtlichen Weltladen, prüfte die Preise und meinte: „Das geht in Ordnung.“
Auch wir finden es in Ordnung, dass die kleinbäuerlichen Imkergenossenschaften faire Preise für ihr Produkt erhalten.
Hier ein Rezept als Belohnung für Ihre Geduld:

Honigmilch mit Himbeeren (gibt’s schon)

½ l Milch, 2 EL Honig, 1/8 l Schlagsahne, 125 g frische oder tiefgekühlte Himbeeren, Zitronenschale
Eiskalte Milch mit Honig, Schlagsahne und der Hälfte der Himbeeren im Mixer schaumig schlagen, in Gläser füllen, die restlichen Himbeeren verteilen.
Mit etwas geriebener Zitronenschale bestreut kalt servieren.

Ob Sie hierzu Deutschen Imkerhonig, Honig aus dem Weltladen oder eventuell ein Gläschen vom Pfarrer, der sein Bienenvolk auf dem Kirchturm stehen hat, oder vom Chefarzt, der sein Hobby auf dem Klinikdach betreibt, einsetzen, bleibt sich gleich.
Schnell gemacht und schmeckt!
(Einige aufwändigere Rezepte auf Nachfrage im Weltladen).
Übrigens: Am 3. Und 4. Juli ist der „Tag der deutschen Imkerei“.

Weitere Infos: hier

H.E.

Wegweiser durchs Label-Labyrinth

nennt die Christliche Initiative Romero (CIR) ihre aktuelle Publikation für alle bewusst einkaufenden Verbraucherinnen und Verbraucher.
Die 60 gängigsten Logos für Lebensmittel und Kleidung wurden auf die Kriterien Soziales, Ökologie und Glaubwürdigkeit abgeklopft und mit Farbmarkierungen bewertet. Wie üblich bedeutet Rot „mangelhaft“ (s. auch die Rote Karte beim Fußball) und grün „anspruchsvoll“, wobei hier sogar eine Steigerung mit Zusatz „Vorbild“ möglich ist.
Beim Kriterium Glaubwürdigkeit reichen die Bewertungen ebenfalls von „mangelhaft“ bis „Vorbild“.
Zu den Getesteten gehört auch unser Hauptlieferant GEPA – zweimal „Vorbild“!
Den Wegweiser gibt’s im Geldbeutelformat kostenlos und als Broschüre mit 186 Seiten für 2,- EUR bei der CIR.
www.labelchecker.de

H.E.

Alle Urlauber,

die durchs Etschtal nach Italien fahren, kennen den einsamen und fotogenen Kirchturm, der als letzter Rest eines Dorfes aus dem Reschensee ragt.
Noch nicht ganz so weit ist das Kirchlein Santa Cruz in Sitio Pariahan in der Bucht von Manila. 1884 erbaut, bietet das Gebäude – und das ganze Dorf – heute ein erbärmliches Bild: Dort wurde weder auf Sand noch im Wasser gebaut, aber der Klimawandel und „Umweltsünden“ machen’s möglich. Jährlich steigt das Wasser um 4 cm. Die Leute kommen mit dem Boot zum Gottesdienst, die Tür steht offen. Drinnen steht man – reicht doch das Wasser „erst“ bis zum Knie.
Andere Gegenden des Inselstaates sind seit Jahrzehnten Partner des Fairen Handels und liefern zum Beispiel Mangoprodukte oder den unvergleichlichen „Urzucker“ Mascobado.
Auf den Philippinen wird Pilpino, Tagalog, Visaya, Spanisch und Englisch gesprochen.
Nicht viel, wenn man an die rund 7.000 Sprachen denkt, die weltweit gesprochen werden, aber es reicht.
Übrigens: Von den 7.000 gehen jährlich etwa 25 verloren.
Die meistgesprochenen Sprachen Mandarin, Spanisch, Englisch, Hindi, Arabisch und weitere, auch Deutsch, werden sicher überleben.
Im Weltladen werden Sie auf Deutsch bedient, auch wenn die Waren aus aller Herren Länder kommen.

H.E.