Aktuelle Berichte


Wo der Pfeffer wächst,

 

wissen wir und auch, dass es keinen Liebesbeweis darstellt, dorthin gewünscht zu werden.
Beim Kakao ist es deutlich anders: Wer hat schon etwas gegen eine Tasse Kakao oder gar gegen eine Tafel Schokolade?
Und dann erst die Zahl der Länder Westafrikas und Lateinamerikas, wo der tropische Kakaobaum zuhause ist und die ganze restliche Welt mit der herrlichen Bohne versorgt.
Gilt das Endprodukt hierzulande als glücklich machender Genuss, ist das allerdings nur eine Seite der glänzenden Medaille – die Schattenseite ist leider oft kurz gefasst mit Ausbeutung und Kinderarbeit zu beschreiben, in Westafrika zum Teil mit sklavenartiger Kinderarbeit.
Das steht verständlicherweise nicht auf der Verpackung!
Es bleibt Hilfswerken, Menschenrechtsorganisationen und in letzter Zeit auch unserem Entwicklungsminister Gerd Müller vorbehalten, der selbst zugibt, von seinen Reisen nach Afrika geprägt und verwandelt worden zu sein.
Da es zu Schokolade – wie zu vielen anderen „Kolonialwaren“ - die Alternative gibt, wollen wir nicht klagen, sondern unser Hintergrundwissen weitersagen, immer wieder, übers ganze Jahr verteilt.

H.E.

„Jede und jeder

kann zuhause mit dem Kauf von fairen Produkten beginnen. Das geht weiter in der Gemeinde mit der fairen öffentlichen Beschaffung und endet beim Welthandel.“
„Meine Überzeugung: Jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben in Würde. Und jeder kann ein Stück Verantwortung übernehmen, um die Welt gerechter zu gestalten.“
„Die Globalisierung führt viel zu oft zur Ausbeutung von Mensch und Natur.“
„Es kann nicht sein, dass wir eine Entwicklung weitertreiben, bei der zehn Prozent der Menschheit 90 Prozent des Einkommens und Vermögens besitzen.“
„Unser Wohlstand geht viel zu oft auf Kosten der Armen.“
„Eine Verdoppelung (des Stundenlohns von 40 Cent) würde reichen, damit sie (die Näherinnen, d. U.) ihre Familien ernähren können.“
„Die Erfahrungen, die ich machen durfte (auf meinen Auslandsreisen, d. U.), haben mich verändert als Mensch und als Politiker.“
Dies sind einige Zitate aus dem Interview, das Beatrix Gramlich von der Zeitschrift „kontinente“ mit dem scheidenden Entwicklungsminister Gerd Müller führte. Wer wollte da widersprechen?
Die Weltladenleute freut es natürlich, dass der Minister das Potenzial des Fairen Handels erkannt hat und dafür wirbt (oben, erster Satz).
Danke, Herr Minister – schade, dass Sie gehen!
Schlusswort des Interviews: „Wir müssen umdenken und entschieden handeln. Jetzt!“

H.E.

Aktuelles aus Babete

Vorfrühling

„Es riecht bereits nach Veilchen,
aber sie sind noch gar nicht da.“
So bringt es Peter Altenberg (1859 – 1919) kurz und treffend auf den Punkt.

Aber wir sind schon da, trotz zweiten Lockdowns von Montag bis Samstag.

„Food“ und „Non-Food“ im Verein
(ein bisschen Englisch muss schon sein,
wie anderswo, so auch in Flein).

„Food“ zum Essen, Trinken und Genießen
(das kriegen Sie wie gewohnt),
„Non-Food“, das wir pauschaldeutsch „Deko“ hießen,
(mit kleinem Aufwand, der sich lohnt).

Maske, Abstand und so weiter,
das kennen wir und bleiben heiter.

Mit vorfrühlingshaften Grüßen
Ihr freundlicher Weltladen

H.E.


Vanuatu? Vanuatu!

 

Irgendwo zwischen Australien, Neuseeland und Fidschi: 83 Inseln (davon 67 bewohnt), 300.000 Einwohner – ein Südseeparadies(?) – Bedrohung durch Vulkanausbrüche, Erdbeben, Wirbelstürme, Tsunamis, steigenden Meeresspiegel infolge Klimawandels und , als ob das noch nicht genug wäre, Gewalt gegen Frauen.
Kein Wunder, dass sich der Weltgebetstag am 05. März mit diesem abgelegenen Flecken befasst. www.twitter.com/weltgebetstagd, www.instagram.com/weltgebetstag, www.facebook.com/weltgebetstag, www.weltgebetstag.de/newsletter/anmeldung/.








Bravo, Herr Minister!

 

Es scheint konkret zu werden, das „Lieferkettengesetz“. Gegen deutsche Unternehmen mit mehr als 3.000 Beschäftigte kann geklagt werden, wenn es irgendwo auf dem langen Weg zwischen Rohstoff bis zum fertigen Produkt zu Menschenrechtsverletzungen oder Umweltzerstörung kommt. Die Herren Müller und Heil sind zufrieden, Menschenrechtsorganisationen sprechen von „Minimalkonsens“.
Ob das Gesetz Kinderarbeit auf Kaffee-, Kakao- oder Orangenplantagen, in Minen oder Steinbrüchen verhindern wird (was es aber soll), ob es keine Ausbeutung von Frauen in Textil- und anderen Fabriken mehr geben wird -, das wird sich zeigen. Aber auch, wenn das Gesetz die Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande aufrüttelt, ist schon etwas gewonnen, berufen sich doch die Unternehmen allzu gern auf die (angeblichen) Wünsche ihrer Kunden: Hauptsache billig.
Die Unternehmen sind in der Verantwortung, denn sie bestimmen den Liefertermin und drücken die Preise.
Jahrelange Lobbyarbeit der NROs, Petitionen und abertausende Unterschriften haben jetzt zu einem (ersten) Erfolg geführt.

H.E.