Aktuelles

Weltladentag
Samstag, 8. Mai 2021

Die Welt braucht einen Tapetenwechsel?!

Wieso? Weshalb? Warum?

Da wir nicht einfach den Planeten wechseln können, müssen wir wohl renovieren.

Das heißt: umsteuern, umdenken, aktiv werden.

Rund um den Weltladentag am 8. Mai suchen wir gemeinsam mit anderen Weltläden nach Impulsen und Ideen, wie wir alle, ob groß oder klein, alt oder jung einen Beitrag zum Tapetenwechsel leisten können.

Bis zum Samstag, 8. Mai gibt es in unserem Schaufenster „Tapetenwechsel“ immer wieder neue Impulse und Anregungen zu entdecken.

„Viele kleine Leute, die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“

Am Weltladentag hängen von 10 Uhr bis 13 Uhr an einer Wäscheleine auf dem Rathausvorplatz oder am Weltladen Impulskarten und zusätzlich Postkarten für eigene Ideen, die jeder/jede mitnehmen kann.

Und wir möchten wissen, wie die Welt nach dem Tapetenwechsel aussehen könnte. Inspiriert von John Lennons Song „Imagine“ wollen wir Beiträge von großen und kleinen Menschen sammeln, die ihre Träume von einer besseren Welt gestalten: gezeichnet, gemalt fotografiert, geknetet, mit eigenen Worten, Zitaten, Gedichten. 

Wir hoffen, dass wir bis zum Freitag, 14.05.21 so viele Beiträge in unserem Briefkasten vorfinden oder persönlich im Weltladen erhalten, dass wir am Samstagvormittag, 15.05.21 noch einmal eine lange Wäscheleine mit den eingegangenen Ideen auf dem Rathausvorplatz oder vor dem Weltladen aufhängen können. Wir freuen uns auf eine wunderschöne, Mut machende Ausstellung.

In diesem Sinne: „you may say I`m a dreamer, but I`m not the only one“.

Auch wenn wir als Träumer belächelt werden, wir sind nicht (hoffentlich) allein.

Bitte beachten Sie bei dieser Aktion die AHA-Regeln!

B. Müllner/ D. Hauth/02.05.21

Nostalgischer Rückblick

„Jute statt Plastik“ stand auf den ersten Jutetaschen der 1970er-Jahre, später auch „Aktion Dritte Welt Handel“, „Schwerter zu Pflugscharen“ und anderes. Die schweizerische Nichtregierungsorganisation EDM (Enfants Du Monde) hatte Idee und Produkt nach Europa gebracht, die billige Einkaufstasche aus dem nachwachsenden Agrarrohstoff Jute und genäht von Tausenden von Frauen in dem bitterarmen Land. Auf jedem der in die Taschen eingenähten Zettel stand „This product has been made by a destitute woman of Bangladesh“.
Das Ziel von EDM war es, die Lebensumstände möglichst vieler Familien und ihrer Kinder auf dem Land zu verbessern. Grundschulausbildung, Betreuung von Straßenkindern in den Städten, Therapiezentren für misshandelte Mädchen sind nur einige weitere Beispiele für das Wirken von EDM (auch die GEPA arbeitete schon früh mit EDM zusammen).
Der Aufruf „Jute statt Plastik“ würde heute mit einem # versehen. Er war schon damals Teil der Idee, einfacher zu leben und die Ressourcen zu schonen.
Die Jutetaschen sind verschwunden wie einige andere Produkte aus dem Angebot der Weltläden auch – aus welchen Gründen auch immer.
Das Problem Plastikmüll und viele andere Probleme sind nicht verschwunden.

H.E./02.05.21

Wo der Pfeffer wächst,

wissen wir und auch, dass es keinen Liebesbeweis darstellt, dorthin gewünscht zu werden.
Beim Kakao ist es deutlich anders: Wer hat schon etwas gegen eine Tasse Kakao oder gar gegen eine Tafel Schokolade?
Und dann erst die Zahl der Länder Westafrikas und Lateinamerikas, wo der tropische Kakaobaum zuhause ist und die ganze restliche Welt mit der herrlichen Bohne versorgt.
Gilt das Endprodukt hierzulande als glücklich machender Genuss, ist das allerdings nur eine Seite der glänzenden Medaille – die Schattenseite ist leider oft kurz gefasst mit Ausbeutung und Kinderarbeit zu beschreiben, in Westafrika zum Teil mit sklavenartiger Kinderarbeit.
Das steht verständlicherweise nicht auf der Verpackung!
Es bleibt Hilfswerken, Menschenrechtsorganisationen und in letzter Zeit auch unserem Entwicklungsminister Gerd Müller vorbehalten, der selbst zugibt, von seinen Reisen nach Afrika geprägt und verwandelt worden zu sein.
Da es zu Schokolade – wie zu vielen anderen „Kolonialwaren“ - die Alternative gibt, wollen wir nicht klagen, sondern unser Hintergrundwissen weitersagen, immer wieder, übers ganze Jahr verteilt.

H.E.

„Jede und jeder

kann zuhause mit dem Kauf von fairen Produkten beginnen. Das geht weiter in der Gemeinde mit der fairen öffentlichen Beschaffung und endet beim Welthandel.“
„Meine Überzeugung: Jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben in Würde. Und jeder kann ein Stück Verantwortung übernehmen, um die Welt gerechter zu gestalten.“
„Die Globalisierung führt viel zu oft zur Ausbeutung von Mensch und Natur.“
„Es kann nicht sein, dass wir eine Entwicklung weitertreiben, bei der zehn Prozent der Menschheit 90 Prozent des Einkommens und Vermögens besitzen.“
„Unser Wohlstand geht viel zu oft auf Kosten der Armen.“
„Eine Verdoppelung (des Stundenlohns von 40 Cent) würde reichen, damit sie (die Näherinnen, d. U.) ihre Familien ernähren können.“
„Die Erfahrungen, die ich machen durfte (auf meinen Auslandsreisen, d. U.), haben mich verändert als Mensch und als Politiker.“
Dies sind einige Zitate aus dem Interview, das Beatrix Gramlich von der Zeitschrift „kontinente“ mit dem scheidenden Entwicklungsminister Gerd Müller führte. Wer wollte da widersprechen?
Die Weltladenleute freut es natürlich, dass der Minister das Potenzial des Fairen Handels erkannt hat und dafür wirbt (oben, erster Satz).
Danke, Herr Minister – schade, dass Sie gehen!
Schlusswort des Interviews: „Wir müssen umdenken und entschieden handeln. Jetzt!“

H.E.

Aktuelles aus Babete

Vorfrühling

„Es riecht bereits nach Veilchen,
aber sie sind noch gar nicht da.“
So bringt es Peter Altenberg (1859 – 1919) kurz und treffend auf den Punkt.

Aber wir sind schon da, trotz zweiten Lockdowns von Montag bis Samstag.

„Food“ und „Non-Food“ im Verein
(ein bisschen Englisch muss schon sein,
wie anderswo, so auch in Flein).

„Food“ zum Essen, Trinken und Genießen
(das kriegen Sie wie gewohnt),
„Non-Food“, das wir pauschaldeutsch „Deko“ hießen,
(mit kleinem Aufwand, der sich lohnt).

Maske, Abstand und so weiter,
das kennen wir und bleiben heiter.

Mit vorfrühlingshaften Grüßen
Ihr freundlicher Weltladen

H.E.


Vanuatu? Vanuatu!

 

Irgendwo zwischen Australien, Neuseeland und Fidschi: 83 Inseln (davon 67 bewohnt), 300.000 Einwohner – ein Südseeparadies(?) – Bedrohung durch Vulkanausbrüche, Erdbeben, Wirbelstürme, Tsunamis, steigenden Meeresspiegel infolge Klimawandels und , als ob das noch nicht genug wäre, Gewalt gegen Frauen.
Kein Wunder, dass sich der Weltgebetstag am 05. März mit diesem abgelegenen Flecken befasst. www.twitter.com/weltgebetstagd, www.instagram.com/weltgebetstag, www.facebook.com/weltgebetstag, www.weltgebetstag.de/newsletter/anmeldung/.








Bravo, Herr Minister!

 

Es scheint konkret zu werden, das „Lieferkettengesetz“. Gegen deutsche Unternehmen mit mehr als 3.000 Beschäftigte kann geklagt werden, wenn es irgendwo auf dem langen Weg zwischen Rohstoff bis zum fertigen Produkt zu Menschenrechtsverletzungen oder Umweltzerstörung kommt. Die Herren Müller und Heil sind zufrieden, Menschenrechtsorganisationen sprechen von „Minimalkonsens“.
Ob das Gesetz Kinderarbeit auf Kaffee-, Kakao- oder Orangenplantagen, in Minen oder Steinbrüchen verhindern wird (was es aber soll), ob es keine Ausbeutung von Frauen in Textil- und anderen Fabriken mehr geben wird -, das wird sich zeigen. Aber auch, wenn das Gesetz die Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande aufrüttelt, ist schon etwas gewonnen, berufen sich doch die Unternehmen allzu gern auf die (angeblichen) Wünsche ihrer Kunden: Hauptsache billig.
Die Unternehmen sind in der Verantwortung, denn sie bestimmen den Liefertermin und drücken die Preise.
Jahrelange Lobbyarbeit der NROs, Petitionen und abertausende Unterschriften haben jetzt zu einem (ersten) Erfolg geführt.

H.E.